Trockenfestmittel werden häufig bei der Papierherstellung eingesetzt, um die Trockenfestigkeit des Papiers, wie Zugfestigkeit und Berstfestigkeit, zu verbessern. Ihre Wirksamkeit hängt von Art, Wirkmechanismus, Dosierung und Anwendungsstrategie ab.
I. Haupttypen von Trockenverfestiger
- Stärkebasierte Wirkstoffe
Typen: Kationische Stärke, anionische Stärke, oxidierte Stärke, phosphatveresterte Stärke
Eigenschaften: Weit verbreitet und kostengünstig; geeignet für Kultur- und Verpackungspapiere. - Polyacrylamid (PAM)
Typen: Kationisches, anionisches und nichtionisches PAM
Eigenschaften: Hohes Molekulargewicht und hervorragende Verstärkungsleistung; ideal für Hochgeschwindigkeits-Papiermaschinen. - Polyvinylalkohol (PVA)
Eigenschaften: Hervorragende Filmbildungseigenschaften; wird in hochwertigen Papieren wie Banknoten und Spezialpapieren verwendet. - Chitosan (natürliches Polymer)
Eigenschaften: Biologisch abbaubar und umweltfreundlich; geeignet für Anwendungen mit geringer Umweltverschmutzung.
II. Wirkungsmechanismus
Trockenfestmittel verbessern die Faser-Faser-Bindung, hauptsächlich durch Wasserstoffbrücken, elektrostatische Wechselwirkung, molekulare Verflechtung und Dispersionseffekte. Sie verbessern außerdem die Retention und Drainage und tragen so zur Gesamtfestigkeit bei.
III. Anwendungsposition und Optimierungsstrategien
Der Zugabezeitpunkt beeinflusst die Absorptionseffizienz und die endgültige Papierfestigkeit maßgeblich. Mögliche Optionen sind:
- Zellstoffpumpe: Mischen mit hoher Scherkraft; ideal für eine gleichmäßige Dispersion.
- Vor dem Drucksieb: Reduziert Störungen durch anionische Abfälle.
- Stoffauflauf: Wirksam für schnell reagierende Wirkstoffe wie PAM mit minimaler Scherzersetzung.
Je nach Faserstoff und Papiersorte werden Strategien wie die zweistufige Dosierung und die gleichzeitige Zugabe anderer Chemikalien (z. B. Stärke + PAM) empfohlen.
IV. Schlüsselfaktoren, die die Leistung von Trockenverfestigern beeinflussen
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Einflussfaktoren, Mechanismen und typischen Optimierungseffekte zusammen:
Tabelle 1: Faktoren, die die Effizienz von Trockenverfestigern beeinflussen
| Faktor | Mechanismus | Typischer Optimierungseffekt |
|---|---|---|
| Zellstoff-Mahlgrad | Durch stärkeres Mahlen werden die Faseroberfläche und die Adsorptionsstellen vergrößert. | Bei 40°SR-Schlägen ist die optimale Dosierung 0.5–1 % niedriger als bei 30°SR. |
| PH Wert | Der pH-Wert beeinflusst den Ladungszustand von Trockenverfestigungsmitteln (z. B. erhöhen kationische Mittel ihre Wirksamkeit, wenn der pH-Wert > 5 ist). | Wenn der pH-Wert von 5 auf 7 steigt, muss die Dosierung möglicherweise um 0.3–0.5 % erhöht werden, um das Ladungsgleichgewicht aufrechtzuerhalten. |
| Art des Agenten | PAM mit hohem Molekulargewicht (> 10 Millionen) kann Fasern auch bei niedrigen Dosierungen überbrücken; PAM mit niedrigem Molekulargewicht erfordert eine höhere Dosierung. | 5 Millionen MW PAM: optimale Dosierung = 1.2 %; 12 Millionen MW PAM: optimale Dosierung = 0.8 %. |
| Temperaturen | Hohe Temperaturen beschleunigen die PAM-Hydrolyse und verringern die wirksame Konzentration. | Bei jedem Anstieg um 5 °C muss die PAM-Dosis möglicherweise um 0.2–0.3 % erhöht werden. |
| Fiber | Hartholzfasern sind kürzer und erfordern mehr Überbrückung; Weichholzfasern sind länger und binden auf natürliche Weise besser. | Seidenpapier (vorwiegend Hartholz): Dosierung 1–1.5 %; Druckpapier (vorwiegend Weichholz): geringere Dosierung. |
V. Dosis-Wirkungs-Kurve: Stärke vs. Dosierung
- 0-1.5%: Schnelle Kraftsteigerung
- 1.5-2%: Abnehmende Erträge
- 2-3%: Plateauphase
- 3%: Risiko von Sprödigkeit und Maschinenproblemen
Mechanismen wie Faserüberbrückung und Ladungsneutralisation erklären das nichtlineare Verhalten.
VI. Fehlerbehebung und Optimierungsempfehlungen
Die folgende Tabelle bietet Hinweise zur Diagnose und Behebung häufiger Probleme im Zusammenhang mit der Verwendung von Trockenverfestigern:
Tabelle 2: Häufige Probleme und Lösungen
| Problem | Mögliche Ursache | Optimierungsstrategie |
|---|---|---|
| Die Kraft verbessert sich nicht | Unzureichende Dosierung oder schlechte Verträglichkeit | Erhöhen Sie die Dosierung um 1–2 % oder verwenden Sie ein Produkt mit passendem Ladungstyp. |
| Papier wird spröde | Überdosierung oder übermäßige Filmbildung | Reduzieren Sie die Dosierung auf 0.5–1 % oder ändern Sie das Retentions-/PAM-Koadditionssystem. |
| Langsame Entwässerung auf der Papiermaschine | Zu lange Molekülketten im Trockenverfestiger | Reduzieren Sie die Konzentration auf 0.1–0.3 % oder wechseln Sie zu einem Produkt mit niedrigerer Viskosität. |
VII. Hinweise und bewährte Vorgehensweisen
- Verwenden Sie statische Mischer oder Turbulenzgeräte, um eine gründliche Durchmischung zu gewährleisten.
- Verdünnungsverhältnis: 10–20x, um Ausflockung zu vermeiden.
- Automatisierte Dosierung basierend auf Durchflussrate und Maschinengeschwindigkeit.
- Kompatibler pH-Bereich: 5–7 für kationische Mittel; >7 für anionisches PAM.
- Vermeiden Sie die gleichzeitige Zugabe entgegengesetzt geladener Additive.
- Überwachen Sie die Entwässerung der Maschine und die Faserflexibilität, um eine Überdosierung zu vermeiden.
Die Beziehung zwischen der Dosierung des Trockenverfestigers und der Papierfestigkeit folgt einer S-förmigen Kurve. Optimale Leistung hängt von einer Kombination aus experimenteller Validierung und Echtzeitanpassung ab. Ein maßgeschneiderter Ansatz, basierend auf Material, Papiersorte und Betriebsbedingungen, ist entscheidend, um den Nutzen zu maximieren und Kosten oder Betriebsrisiken zu minimieren.




